Kennen Sie folgende Situation: Sie stellen einen neuen Mitarbeiter ein. Sie waren im Vorstellungsgespräch so begeistert von ihm, dass Sie sich richtig auf seinen ersten Arbeitstag freuen. In den ersten Wochen merken Sie dann, dass der Mitarbeiter nicht die Leistung erbringt, die Sie sich erhofft haben… Lesen Sie hier , wie Ihre Erwartungen dauerhaft erfüllt werden. Zuerst erläutere ich Ihnen, was Erwartungen genau sind und warum es hier zu Konflikten kommt. Im Anschluss erfahren Sie, wie Sie die oben beschriebene Situation zukünftig vermeiden und so Ihre Mitarbeiter emotional an das Unternehmen binden.

 

Was genau sind Erwartungen?

Wikipedia erklärt sehr treffend, was Erwartungen sind: „… die Annahme eines Handelnden darüber, was ein anderer oder mehrere andere tun würden (…) bzw. was er oder andere billigerweise tun sollten (…).“

Erwartungen sind also Annahmen. Stellen Sie sich nun folgendes Szenario vor: Sie nehmen an, dass der Mitarbeiter aufgrund seiner Erfahrung, Fähigkeiten und Passung zum Anforderungsprofil schnell eigenständig arbeiten wird. Gleichzeitig nimmt Ihr Mitarbeiter an, dass er Ihnen erst einmal über die Schulter schaut und nur nach Anweisung arbeitet. Was denken Sie wird passieren? Zuerst kann festgehalten werden, dass die gegenseitigen Erwartungen nicht übereinstimmen. Beide Seiten werden enttäuscht sein, sie sind nämlich von einer bestimmten Situation ausgegangen, die nicht eingetroffen ist. In gewisser Weise liegt hier ein Vertrauensbruch vor, von dem der Andere aber nichts weiß. Hier kommen wir zur ersten Herausforderung: Vertrauen wecken, denn nur Mitarbeiter, die ihrer Führungskraft vertrauen, werden auch in schwierigen Zeiten im Unternehmen bleiben wollen. Und nur Führungskräfte, die ihren Mitarbeiter vertrauen, werden diese im Unternehmen halten wollen.

 

Wie wird Vertrauen geweckt?

Indem Erwartungen von Beginn an erfüllt werden. Dies erreichen Sie mit einem gezielten Onboarding-Prozess. Onboarding bedeutet übersetzt nichts anderes als den Mitarbeiter „an Bord zu nehmen“, ihn in das Unternehmen aufzunehmen, ihn einzuarbeiten und zu integrieren. Das klingt im ersten Moment ganz einfach. Berücksichtigt man aber, dass die meisten Mitarbeiter die Entscheidung für eine Kündigung schon in den ersten 100 Arbeitstagen treffen, wird das Ausmaß dieser Phase deutlich. Es ist also notwendig, gerade am ersten Arbeitstag und in den ersten Wochen den Erwartungen des Mitarbeiters zu entsprechen. Viele Unternehmen haben diese Problematik erkannt und Onboarding-Programme eingeführt, um so schnell eine Identifikation mit dem Unternehmen zu erreichen. Großunternehmen haben hier einen entscheidenden Vorteil: die neuen Mitarbeiter sind nicht alleine, sie teilen ihr Schicksal mit anderen und können sich austauschen. So besuchen mehrere Mitarbeiter z.B. einen Einführungs-Workshop über fünf Tage, in dem sie alles Wesentliche für die Zusammenarbeit lernen. Was können aber KMU tun, die nur einen oder zwei neue Mitarbeiter einstellen, um Onboarding-Programme erfolgreich zu gestalten?

 

Der Onboarding-Prozess – Mitarbeiterbindungsmaßnahmen für kleine und mittelständische Unternehmen:

Finden Sie heraus, welche Erwartungen Ihre Mitarbeiter an die Einarbeitung haben. Gut verwertbare Ergebnisse erhalten Sie z.B. mit Hilfe einer Befragung. Anhand der Ergebnisse können Sie die für Ihr Unternehmen passende Einarbeitungsstrategie entwickeln. Diese muss nicht sehr aufwendig sein. Oftmals genügt es, einen Einarbeitungsplan zu entwickeln und dem Neuen einen Mentor zur Seite zu stellen. Wichtig ist, dass die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter sowie Ihre eigenen Bedürfnisse integriert werden und dass die Einarbeitung strukturiert durchgeführt wird.

 

Erwartungen dauerhaft erfüllen - Mitarbeiterbindung Maßnahmen

Die dritte Herausforderung besteht darin, Erwartungen dauerhaft zu erfüllen. Dies erfordert eine offene Kommunikation, um die gegenseitigen Erwartungen abgleichen zu können. Mitarbeitergespräche sind entscheidendes Mittel der Information und Motivation, denn eine gute Kommunikation motiviert den Mitarbeiter und bindet ihn an das Unternehmen. Gerade in kleineren Unternehmen sind die Geschäftsführer so stark in das Tagesgeschäft involviert, dass viele Themen „zwischen Tür und Angel“ geklärt werden. Der Mitarbeiter wird Hemmungen haben, seinen unter Zeitdruck stehenden Chef mit seinen persönlichen Belangen zu belästigen, wenn dieser sich nicht die Zeit für ihn nimmt. Wenn Sie aber offiziell ein Gespräch ankündigen, wird der Mitarbeiter dies wertschätzen. Mitarbeitergespräche bringen auch Ihnen erhebliche Vorteile: Sie können sich ein Feedback einholen, Feedback geben, sich ein Bild über die Stimmung des Arbeitnehmers machen sowie Maßnahmen bei Optimierungsfeldern ableiten.

Mitarbeitergespräche bedürfen einer guten Vorbereitung, da die Leistung bewertet und das zukünftige Verhalten des Mitarbeiters geprägt wird. Sie sind individuell an den Arbeitnehmer auszurichten, d.h. an seine Einstellung und an sein Verhältnis zum Vorgesetzten. Da eine hohe kommunikative Leistung der Führungskraft zu erbringen ist, sind Feedbackregeln zu erlernen, die die gegenseitige Rückmeldung erleichtern, denn Kommunikation ist mitverant-wortlich für den Erfolg in der Zusammenarbeit.

Institutionalisierte Teambesprechungen eignen sich darüber hinaus für allgemeine Themen wie die zukünftige Strategieausrichtung, die derzeitige Auftragslage, Ergebnisse, etc. Schüchterne Mitarbeiter werden sich ggf. in der Gruppe wohler fühlen und die Möglichkeit der Ansprache von Problemen und Erwartungen in Teambesprechungen wahrnehmen. Neben der Transparenz bieten Teambesprechungen den Vorteil der Mitarbeiterbeteiligung. Ergeben sich aus den Besprechungsthemen konkrete Verbesserungsvorschläge und Maßnahmen, können Verantwortlichkeiten und Erledigungsfristen festgelegt und in der Folgebesprechung nachgehalten werden. So erzielen Sie die größtmögliche Akzeptanz bei den Mitarbeitern und bringen gleichzeitig Ihr Unternehmen voran.

Nur eine offene Kommunikation ermöglicht die Einhaltung der Erwartungen und damit eine emotionale Bindung.

Hier erhalten Sie die 7 besten Tipps zur erfolgreichen Mitarbeiterbindung!